Julia Katharina Herbertz

Hintergrundinformationen

An dieser Stelle sind die weiter zurückliegenden Geschehnisse, beginnend mit Julias Todestag, chronologisch zusammengefasst. Die aktuelleren Ereignisse finden Sie unter "Aktuelles".

20.10.2001Julia verstirbt nach mehrfachen postoperativen Blutungen im Wuppertaler Petrus-Krankenhaus der Kliniken St. Antonius.
20.10.2001Julias Leichnam wird von der Staatsanwaltschaft Wuppertal für eine Obduktion beschlagnahmt.
23.10.2001Julias Leichnam kehrt nach der Obduktion durch die Gerichtsmedizin Düsseldorf zurück.
26.10.2001Julias Beerdigung.
26.10.2001In der Trauerpost befindet sich ein erster anonymer Brief. Der/die Verfasser/in erhebt schwere Anschuldigungen gegen die operierende Ärztin.
05.11.2002Das erste, durch die Staatsanwaltschaft Wuppertal beauftragte medizinische Gutachten, trifft ein. Das hals-nasen-ohren-ärztliche Gutachten kommt u.a. zu dem Ergebnis, dass "der Tod der Julia Katharina Herbertz ... nicht ursächlich auf einen ärztlichen Behandlungsfehler zurückzuführen" sei. Aufgezeigt wird aber auch, dass "Aufzeichnungen über die hals-nasen-ohrenärztliche inspektorischen Befunde des Wundgebiets ... in den Aktenunterlagen" fehlen.
10/2001 - 12/2002Julias Fall wird im genannten Zeitraum nacheinander von fünf Staatsanwälten behandelt.
11/2001 - 06/2002Mit einem Bonner Anwalt für Patienten- und Medizinrecht kommt der erste Rechtsbeistand zum Einsatz.
07/2002Das medizinische Gutachten der Rechtsmedizin Düsseldorf geht bei der Wuppertaler Staatsanwaltschaft ein. Darin heißt es: "Zusammengenommen sprechen die Befunde also dafür, dass Frau Herbertz am Morgen des 20.10.01 infolge einer diffusen Blutung aus dem Operationsgebiet der linken Tonsillenloge verblutet ist." Zu der von den behandelnden Ärzten angeführten Blutungsquelle im Magenbereich wird angeführt, dass die "Obduktion keinerlei Hinweise dafür gefunden" hat, "dass bei Frau Herbertz direkt vor ihrem Tod eine Magenblutung bestanden hat. Die Magenschleimhaut zeigte sich bis auf die zwei Clips unauffällig."

In Bezug auf die Krankenakte wird deren Unvollständigkeit bemängelt. Für die aufgrund von massiven Nachblutungen vom 10. auf den 11.10.2001 erforderliche Nachuntersuchung und -operation mit anschließender intensivmedizinischer Behandlung fehle der HNO-ärztliche Bericht.

07/2002 - 08/2005Mit einer Wuppertaler Rechtsanwältin als nächstem Rechtsbeistand geht die Auseinandersetzung weiter.
22.10.2003Das zweite, ebenfalls durch die Staatsanwaltschaft Wuppertal beauftragte HNO-medizinische Gutachten, stellt in seinem Fazit u.a. fest, dass "in den aktendokumentierten Abläufen ein ärztlichen Behandlungs- oder Diagnosefehler unter den Aspekten strafrechtlich relevanter Kausalität nicht erkennbar" sei.
Für den fehlenden Einsatz von Blutkonserven wird angeführt, dass "hierfür weniger eine ökonomische Sparsamkeit, als die bekannte Infektionsgefährdung durch Blutübertragungen relevant gewesen" sei.
04/2003Von der Kriminalpolizei Wuppertal werden erst 1,5 Jahre nach Julias Tod die zeugenschaftlichen Vernehmungen durchgeführt.
22.12.2003Das dritte Gutachten geht der Staatsanwaltschaft Wuppertal zu. Das fachanästesiologische Gutachten stellt dar, dass "die auf die jeweiligen Blutungen erfolgten Interventionen, insbesondere das Blutmanagement und die langdauernde Behandlung auf einer Intensivstation, ... sachlich korrekt" waren.
Dazu, dass Julia an ihrem Todestag in einer Blutlache auf dem Krankenhausflur aufgefunden wurde, heißt es, "Wie lange sie dort lag und warum sie nicht vorher erfolgreich um Hilfe rufen konnte, bleibt zunächst im Dunkeln und bedarf dringend der Aufklärung."
12/2003Ein privat beauftragtes Gutachten wird erstellt, das im Dezember 2004 sowie Juli 2005 eine Ergänzung erfährt. Die Privatgutachten sind über die Dokumentenseite einsehbar.
28.05.2004Ein zweiter anonymer Brief geht ein. In diesem wird von einem erneuten ähnlichen Vorfall nach einer Mandel-OP berichtet. Die behandelnde Ärztin sei dieselbe wie bei Julia gewesen.